Emissionsfreier Güter- und Fahrzeugtransport: operative Einschränkungen für Transportunternehmen
Der Übergang zu einem nachhaltigeren Straßengüterverkehr ist mittlerweile ein gemeinsames Ziel auf europäischer Ebene. In den letzten Monaten ist das Thema emissionsfreie Fahrzeuge (ZEV) jedoch zu einem zentralen Thema in der Debatte zwischen EU-Institutionen und Branchenakteuren geworden, insbesondere im Zusammenhang mit dem Vorschlag der Europäischen Kommission „Greening Corporate Fleets“, der verbindliche ZEV-Kaufmandate für Unternehmensflotten vorsieht.
Über 5.300 Transport- und Logistikunternehmen in Europa haben die von der IRU – International Road Transport Union initiierte Petition gegen die Einführung obligatorischer Kaufquoten für emissionsfreie Fahrzeuge (ZEV) unterzeichnet, die im Vorschlag der Europäischen Kommission „Greening Corporate Fleets” vorgesehen sind.
Die Petition mit dem Titel „Yes to Greening, No to Purchasing Mandates” (Ja zur Ökologisierung, Nein zu Kaufverpflichtungen) wurde offiziell an die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, übergeben und bringt die klare Position der Branche zum Ausdruck: volle Unterstützung für den ökologischen Wandel, aber starke Ablehnung von nicht nachhaltigen gesetzlichen Verpflichtungen für Transportunternehmen.
Güterverkehr und Dekarbonisierung: Die Branche sagt Ja, aber unter realistischen Bedingungen
Zu den unterzeichnenden Unternehmen aus 26 Mitgliedstaaten der Europäischen Union zählen KMU und Familienunternehmen, die das Herzstück des europäischen Straßengüterverkehrs bilden.
Laut IRU sind die aktuellen ZEV-Kaufverpflichtungen für Unternehmensflotten:
unverhältnismäßig im Hinblick auf die betriebliche Realität des Sektors,
schwer auf den Schwerlastverkehr anwendbar,
potenziell schädlich für die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen.
Die Branche betont, dass die Dekarbonisierung des Straßenverkehrs bereits im Gange ist, und zwar durch Investitionen in:
die Erneuerung der Flotten,
alternative Kraftstoffe,
die Steigerung der Kraftstoffeffizienz und
neue Technologien für das Transportmanagement.
Emissionsfreie Fahrzeuge und Unternehmensflotten: Es fehlt noch an Infrastruktur
Einer der zentralen Punkte, die in der Petition angesprochen werden, betrifft das Fehlen von Voraussetzungen für die großflächige Einführung von ZEV-Fahrzeugen im Güterverkehr:
unzureichende Ladeinfrastruktur für Lkw,
sehr hohe Anschaffungskosten für Elektro- und emissionsfreie Fahrzeuge,
Fehlen europaweit harmonisierter Steueranreize,
begrenzter Zugang zu Finanzmitteln für KMU im Transportwesen.
Laut IRU wird die Nachfrage nach emissionsfreien Fahrzeugen erst dann auf natürliche Weise steigen, wenn diese Bedingungen tatsächlich EU-weit einheitlich gegeben sind, ohne dass verbindliche Auflagen erforderlich sind.
Ein starkes Signal des europäischen Güterkraftverkehrs an die EU-Kommission
Mit dieser Initiative sendet der europäische Straßengüterverkehrssektor eine klare Botschaft an die europäischen Institutionen:
Der ökologische Wandel muss Zeitpläne, wirtschaftliche Nachhaltigkeit und operative Realitäten berücksichtigen und Maßnahmen vermeiden, die EU-Unternehmen benachteiligen und außereuropäische Akteure begünstigen könnten.